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Welche Rohstoffvorkommen hat Niederösterreich

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Verbreitung aktueller Abbaugebiete von Kies und Sand in Niederösterreich
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Verbreitung wichtiger Abbaugebiete von Tonen und Lehmen sowie Karbonat- und Zementstoffen in Niederösterreich.
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Wichtigste Abbaugebiete von Natursteinen für Brechprodukte und Bruchsteine in Niederösterreich

Gips

Gips ist ein sehr häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der wasserhaltigen Sulfate. Besonders zeichnet sich Gips durch hohen Brandwiderstand, gute Feuchtigkeitsregulierung und faszinierende Form- und Gestaltungsvielfalt aus. Schon in der Antike wurde er als Baumaterial verwendet. In Griechenland wurde Gips wegen seiner leichten Bearbeitbarkeit für Bauornamente an den Häusern genutzt. Die Römer schließlich entdeckten, dass durch starkes Erhitzen eine Substanz entsteht, die mit Wasser vermischt aushärtet und als Putz verwendet werden kann.

Granit

Granit besteht aus „Feldspat, Quarz und Glimmer – die drei vergess´ ich nimmer“ und ist das häufigste Gesteinsvorkommen des Waldviertels. Er ist aber auch eines der häufigsten Gesteine der Erdkruste. Da Granit ein sehr hartes Gestein ist, das sehr langsam verwittert, ist er ein wichtiger Baustoff und wird für Pflastersteine, Grabsteine oder aber auch als Schotter für Bahn- und Straßenbau verwendet. Typisch für das Waldviertel sind die aus Granit bestehenden Wackelsteine, die man zum Beispiel in der Blockheide in Gmünd findet.

Kies & Sand

Der Begriff Kies (von mittelhochdeutsch kis = grobkörniger steiniger Sand) bezeichnet eine Ansammlung von in Flüssen und Bächen abgerundeten kleineren Steinen. Aufgrund seiner guten Wasserdurchlässigkeit wird Kies häufig zum Entwässern von feuchtem Untergrund verwendet. Kies wird vor allem in der Bauwirtschaft als Zuschlagstoff in Beton, als Schüttmaterial im Erdbau oder als Füllmaterial für Dämme, auf denen Eisenbahnen oder Straßen verlaufen, genutzt. Neben Sand ist Kies der wichtigste Baurohstoff - seine Gewinnung erfolgt in Kiesgruben. Niederösterreich ist rund um Wien, im Wiener Becken und entlang der Donau reich an Sand- und Kiesgruben.

Kreide & Pigmente

Kreide ist die eher umgangssprachlich genutzte Bezeichnung sehr feinkörnige, meist weiße oder hellgraue Kalksteine. Kreidegestein besteht im Wesentlichen aus Calcit ohne Beimengungen von Magnesiumcarbonat. Eine sehr weiche und hochporöse Variante dieser Kalksteine, die sogar mit dem Messer geschnitten werden kann, wird Schreibkreide genannt. Kreide wird bis in die Gegenwart hauptsächlich zur Nutzung als Pigment gewonnen. Verwendet wird sie heute in der Tafelkreide oder der Pastellkreide als Schreib- und Zeichenmaterial. Durch Beimengungen von Pigmenten bzw. Benetzung mikroskopisch kleinster Kreidepartikel mit organischen Farbstoffen werden Farbpigmente auf Kreidebasis erzeugt.

Salz

Im engsten Sinn versteht man unter Salz das Natriumchlorid (NaCl, Speisesalz). In Österreich gibt es einige Fundorte von Steinsalz. So kommt das Wort Hall oder Hal von den Kelten und bedeutet Salz. Früher gab es Salzbergwerke in Hallstatt, Bad Ischl, Altaussee, Hallein und Hall in Tirol. Heute sind in Österreich noch drei Salzbergwerke in Betrieb.

Sand- und Kalkstein

Sand besteht aus magmatischen und metamorphen Gesteinen (z.B. Granit oder Gneis), die durch physikalische Verwitterung in kleinere Blöcke oder bedingt durch chemische Verwitterung entsprechend anfälliger Gesteinsbestandteile, direkt in einzelne Mineralkörner zerfielen. Der überwiegende Teil aller Sande besteht aus Quarzkörnern. Dieser Quarzsand ist ein bedeutender Rohstoff für das Bauwesen sowie für die Glas- und Halbleiterindustrie. Quarzsande findet man häufig besonders im nördlichen Waldviertel an der Grenze zu Tschechien bei Nagelberg. Dort gibt es auch noch einige Glasbläsereien. Kalksteine sind je nach ihren Eigenschaften äußerst variable und vielfältig einsetzbare Gesteine. Vor allem dichte Kalksteine werden als leicht zu bearbeitende Naturwerksteine verwendet. Für die Baustoffindustrie ist Kalkstein einer der wichtigsten Rohstoffe

Schiefer (Tafeln)

Schiefer ist ein dunkles Gestein, meist in schwarzer, grauer, blauer Farbe, das für Dachplatten und zur Fassadenverkleidungen genutzt wird. In früheren Zeiten wurden aus Tonschiefer Schiefertafeln und Griffel hergestellt, die lange als weitverbreitetes Schreibmaterial für den alltäglichen Gebrauch genutzt wurden.

Ton

Ton ist ein natürlich vorkommendes Material, das hauptsächlich aus feinkörnigen Mineralen besteht. Bei ausreichenden Wassergehalten ist Ton plastisch verformbar und wird spröde, wenn er getrocknet oder gebrannt wird. Ton ist einer der Hauptbestandteile von Lehm und wird seit rund 10.000 Jahren in Form luftgetrockneter Lehmziegel und Lehmputz als Baumaterial verwendet. Ton ist einer der bedeutendsten Baustoffe der Menschheit. Seit dem 20. Jahrhundert wird Ton auch als Rohstoff für die Zementherstellung eingesetzt. Die großen Tonvorkommen Österreichs liegen im Alpenvorland und im Wiener bzw. in den übrigen inneralpinen Becken.